Städtepartnerschaft Nottingham: Äußerst lebendig und dynamischIntensiver Mitarbeiteraustausch / Kooperation bei EU-Projekten(cal) Äußerst lebendig und keinesfalls eingeschlafen, wie jüngst in der Presse zu lesen war, ist die Städtepartnerschaft Karlsruhes mit Nottingham. Ihr Schwerpunkt liegt auf einer sehr intensiven wirtschaftlichen und planerischen Zusammenarbeit, in die im Rahmen der städtischen Euroinitiative, des gegenseitigen Mitarbeiteraustauschs, zahlreiche Ämter der Stadt eingebunden sind. Dazu kommen Schul- wie Praktikantenkontakte und solche privater Natur. Nottingham schätzt Karlsruhe als wichtigen Pfeiler seiner Auslandsarbeit. Mit Unterstützung der Londoner Zentralregierung und der EU bekämpft die Stadt aktiv ihre Strukturprobleme, die zu einer tatsächlichen Arbeitslosenquote von 25 Prozent geführt hatten. So siedeln die Engländer Firmen an und bauen Schwerpunkte einzelner Branchen, so genannte Cluster, auf. Sie etablierten sich mit der Fächerstadt als Partner im europäischen CLOE-Projekt, das solche Schwerpunkte europaweit vernetzt. Nach dem Vorbild der "Nanofair" in Karlsruhe und Dresden haben die Nottinghamer mit ihrer "Nano-Expo" kürzlich ebenfalls einen Nanotechnologie- Kongress ins Leben gerufen. In der begleitenden Ausstellung war auch ein Karlsruher Unternehmen über seinen englische Vertriebspartner vertreten. Nach dem Kauf eines Großlabors der BASF machten sich zunächst 50 Universitätsabsolventen selbstständig. Inzwischen ist daraus ein Biotechnologie-Cluster entstanden. Beabsichtigt wird zusammen mit der Trent Universität die weitere Zusammenarbeit sowie ein regelmäßiger Studentenaustausch. Außerdem wollen die beiden Wirtschaftsförderungen ihre strategische Zusammenarbeit in diesem innovativen Bereich aber auch im täglichen Geschäft noch enger gestalten. Mit Hilfe von regionalen Entwicklungsagenturen und eines eigens gegründeten Unternehmens werden regionale Projekte unter anderem mit EU-Mitteln finanziert und durchgezogen. Dieses Vorgehen könnte auch Anregungen für die TechnologieRegion liefern. Im direkten Austausch mit Karlsruhe sind die Engländer etwa gegenwärtig dabei, ihren Stadtteil Maddows zu modernisieren und wieder in das städtische Leben einzubinden. Dort leben zentrumsnah, jedoch nahezu ohne Verbindung miteinander, überwiegend sozial Benachteiligte aber auch Senioren. Deshalb haben die Nottinghamer sich im Frühjahr vor Ort über die Karlsruher Projekte zur "Sozialen Stadt", etwa in der Südstadt, informiert. Im Juli reisen Stadtplaner, Statistiker und Gartenbaufachleute aus der Fächerstadt im Gegenzug in die Partnerstadt. Während die Engländer den Menschen als erstem Schritt über eine modernisierte Infra- und Wohnstruktur sowie ein Freizeitzentrum, in dem neue Arbeitsplätze entstehen, helfen wollen, setzen die Karlsruher zunächst auf Hilfe zur Selbsthilfe und erst dann auf bauliche Maßnahmen. Bei diesem Projekt hat in Nottingham im Rahmen des jährlichen Praktikantenaustauschs eine Studentin qualifiziert mitgearbeitet, während eine zweite in der Kultur bei der Neugestaltung des Markplatzes mitwirkte. Im März 2008 besuchen zudem erstmals junge Nottinghamer Musiker das Helmholtz- Gymnasium, das so endlich eine der sehr raren Partnerschaften zu einer englischen Partnerschule aufbauen will. Ende Mai bis Anfang Juni waren außerdem Mitglieder der Evangelisch-Methodis-tischen Kirche sowie eine 31-köpfige Gruppe des Deutsch- Englischen Freundeskreises in Nottingham zu Gast.
|
Stadt Karlsruhe 2007 - Inhalt: Presse- und Informationsamt - Web: Medienbüro