Geschichte: Geige statt AussteuerMargarete Voigt-Schweikert starb vor 50 Jahren
Margarete Schweikert wurde am 16. Februar 1887 in eine musikalische Karlsruher Familie geboren. Vater, Mutter und Tante unterrichteten sie schon früh an der Violine und am Klavier. Die weitere musikalische Ausbildung erhielt sie seit 1899 im Munz'schen Pädagogium für Musik, in dessen Schülerkonzerten auch ihre ersten Kompositionen aufgeführt wurden. 1906 wechselte sie an das Großherzogliche Konservatorium, sechs Jahre später setzte sie ihre Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Stuttgart fort. Wie ernst es ihr mit der Musik war, belegt ihre Entscheidung, sich anlässlich Ihrer Volljährigkeit 1908 anstatt der Aussteuer von ihren Eltern eine Geige schenken zu lassen. In den folgenden Jahren wurden ihre Kompositionen, größtenteils Lieder oder Stücke für Klavier oder Orgel, regelmäßig in Karlsruhe aufgeführt, so auch im Hoftheater. Konzertreisen führten die Geigerin unter anderem nach Basel, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart oder Berlin. Ein weiteres Standbein war der Musikunterricht, den sie - neben Privatstunden - zeitweise auch am Lehrerinnen-Seminar Prinzessin-Wilhelm-Stift erteilte. Ihre Hochzeit, die Geburt ihrer Tochter und die Übernahme eines Schmuckgeschäfts ließen ab Mitte der 1920er Jahre die musikalischen Aktivitäten in den Hintergrund treten. Im Dritten Reich machte das nationalsozialistische Doppelverdienerverbot, das bei berufstätigen Ehepaaren der Frau die Ausübung des Berufs untersagte, ihren kommerziellen Auftritten und der Arbeit als Musiklehrerein vorläufig ein Ende. Während des Zweiten Weltkriegs, als zunehmend auch Musiker und Musiklehrer fehlten, konnte sie diese Tätigkeiten wieder aufnehmen, wurde aber bald durch eine schwere Erkrankung eingeschränkt. Ab 1950 bis zu ihrem Tod 1957 engagierte sie sich in der Karlsruher Ortsgruppe der GEDOK, einem interdisziplinären Künstlerinnenverband. Die Komponistin Margarete Voigt-Scheikert und ihr Werk wurden erst in den 1990er Jahren wieder entdeckt, einzelne Klavierstücke fanden den Weg zu CD-Veröffentlichungen. Eine Ausstellung um die Jahreswende 2004/05 in der Badischen Landesbibliothek machte sie erst vor kurzem wieder bekannter.
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