Verkehr: Baggerbiss für die Querspange Neureut"Auf Vorhaben 30 Jahre gewartet"
(rof) "Heute wird ein Vorhaben Wirklichkeit, auf das wir 30 Jahre gewartet haben." Mit diesen Worten umriss Ortsvorsteher Jürgen Stober die Gefühlslage seiner Neureuter Mitbürger und Mitbürgerinnen, kurz bevor Oberbürgermeister Heinz Fenrich am Mittwoch, 17. Januar, den obligatorischen ersten Baggerbiss für die Querspange Neureut Nord ausführte. Bereits in den Planungen für die Ortsumgehung Neureut der B 36 aus dem Jahr 1977 war eine Verbindung zwischen der Anschlussstelle Neureut Nord und der Linkenheimer Landstraße (L 605) vorgesehen. Verwirklicht wurde aber nur das Teilstück zwischen der B 36 und der Grabener Straße. Die Planungen für den Weiterbau der Querspange wurden 1987 aufgenommen. Die Stadt beantragte damals, einen schienengleichen Bahnübergang zu schaffen. Dies wurde schließlich abgelehnt, und der Petitionsausschuss des Landtags sprach sich eindeutig für die Lösung "Straße oben - Bahn unten" aus. "Wir mussten also unsere Planungen ändern und auch nach einer Finanzierung für das nunmehr erheblich teurere Projekt suchen", betonte OB Fenrich. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich nunmehr auf 6,3 Millionen Euro. Dazu erwartet die Stadt einen Zuschuss von 4,3 Millionen Euro von Bund und Land nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 14. Dezember 2005 war die schwierige Planung dann endgültig "in trockenen Tüchern". Zunächst wird jetzt das Baufeld freigemacht. Danach wird die Gleisanlage der Stadtbahn aus dem engeren Baustellenbereich zum Bau der Unterführung herausgelegt. Auf ihr kann die Linie S 1 während der Bauzeit von zwei Jahren nur eingleisig fahren. Aber auch die Autofahrer müssen zum Gelingen des Projekts beitragen. Der Baustellenverkehr muss nämlich auf der stadteinwärts führenden Fahrspur abgewickelt werden. Das bedeutet, dass die stadtauswärts führende Fahrbahn während der Bauzeit drei schmälere Fahrspuren aufnehmen muss. Oberbürgermeister Heinz Fenrich ist sich sicher, dass die kleine Tangente gut angenommen und damit die Innerortslage von Neureut künftig verkehrlich entlastet wird. Dies gelte nämlich für alle Tangenten, die ortsnah verlaufen und dem Kfz-Verkehr keine größeren Umwege zumuten. "Vielleicht sollten wir dieses Argument nicht ganz aus den Augen verlieren, auch wenn wir über andere Tangentenprojekte in unserer Stadt diskutieren. Der hauptsächliche Sinn von Tangenten liegt nämlich immer in der Entlastung von innerörtlichen Straßen, an denen Menschen ganz direkt wohnen. Dort gibt es nämlich in der Regel keine andere Entlastung als die Verlagerung des Verkehrs auf neue hochwertig gebaute Straßen", meinte Oberbürgermeister Heinz Fenrich.
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