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Neue Frauenpension wird sehr gut angenommen

Sozialausschuss beschäftigte sich mit Aktionsprogramm zur Wohnungslosenhilfe

Die Zwischenbilanz des Aktionsprogramms Wohnungslosenhilfe im Rahmen des Gesamtkonzepts Wohnungslosenhilfe ´97 fällt positiv aus. Das hat der Sozialausschuss in seiner gestrigen Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Harald Denecken zustimmend zur Kenntniss genommen. Mussten im Januar 2003 genau 311 Menschen versorgt werden, so sind es jetzt nach einer Spitze im September letzten Jahres von 362 Bedürftigen gegenwärtig nur noch 314. Die Kosten, die durch die Unterbringung von Wohnungslosen in Pensionen anfallen, betragen in diesem Jahr nur noch 580 000 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,3 Millionen.

Da der Wohnungsmarkt im preiswerten Bereich in einigen süddeutschen Städten, darunter auch Karlsruhe, nicht mehr funktioniert, versucht die Stadt in Kooperation mit der Volkswohnung, der städtischen Gebäudewirtschaft, den Wirtschaftsjunioren sowie Karlsruher Immobilienmaklern privat Wohnungen zu mieten. Dieses Konzept zeigt erste Erfolge. So erhielten dieses Jahr bereits 200 Menschen, sie sonst auf der Straße gestanden wären, Wohnungen. Auf diese Weise konnte der drastische Anstieg von obdachlosenrechtlich untergebrachten Menschen gestoppt werden. Ziele sind außerdem, günstigen Wohnraum auch künftig zu erhalten und leerstehende Etagen oder Gebäude zu nutzen. Letzterem liegt das neueste Konzept der Sozial- und Jugendbehörde (SJB) zugrunde. Es heißt "Wohnraumakquise mit privatem und sozialem Kapital statt Unterbringung". Aus Mitteln der Sozialhilfe oder auf der Grundlage von Ein-Euro-Jobs sanieren Wohnungslose ihre künftigen Domizile. Ein weiteren Teil bezahlen die Vermieter. Die Stadt entrichtet dafür Mieten auf Sozialhilfeniveau und erhält langjährige Belegungsrechte. So hat ein Eigentümer der SJB bereits zwei Vierzimmer-Wohnungen für zehn Jahre vermietet. Darin finden sechs Obdachlose Platz.

Nach sechs Monaten Betrieb der Frauenpension zog darüber hinaus der Verein Sozialpädagogische Alternativen (Sozpädal) ein vielversprechendes Resümee. So haben seit April drei Sozialarbeiterinnen mit jeweils halber Stelle 34 Frauen mit acht Kindern in 16 Zimmern wieder auf die Beine geholfen. Genau 13 wechselten inzwischen in eigenständige Wohnungen. Die Frauen sind zwischen 18 und 75 Jahren alt. Das Angebot ist niederschwellig, das heißt es gibt keine Ausschlusskriterien wie etwa Drogenabhängigkeit. Die Hilfesuchenden sollen nur in der Lage sein, sich selbst zu versorgen. Die Frauen schätzen in der Pension die Möglichkeit, erst einmal zur Ruhe zu kommen und mit Hilfe der Betreuerinnen ihre persönliche Situation zu klären. Außerdem leben sie wieder in einem strukturierten Alltag mit gemeinsamen Frühstück und Mittagessen sowie Hausbesprechungen. In einer weiteren Einrichtung von Sozpädal, dem beschäftigungsorientieren Tagestreff TafF, können sie außerdem ihre Wäsche waschen.

(18.11.04)






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